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Awareness

Prinzipien

Wir tolerieren keinerlei Form von Diskriminierung, insbesondere bedeutet das für uns:

Kein Rassismus
Kein Sexismus
Keine Homophobie
Keine Transphobie
Keine Queerfeindlichkeit
Kein Ableismus

Diskriminierung und Unterdrückung sind oft intersektional. Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken mehrerer Unterdrückungsmechanismen. Das bedeutet, dass die oben genannten Diskriminierungsformen häufig komplex und miteinander verknüpft sind.

Wir versuchen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und gehen respektvoll miteinander um.

Wir sind Unterzeichner*innen der Charta Aretha (milleseptsans.ch/aretha/).

Definitionsmacht und Parteilichkeit

Definitionsmacht und Parteilichkeit sind zwei grundlegende Konzepte im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt. Es handelt sich dabei nicht um konkrete Handlungsanweisungen, sondern um ethische Haltungen. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für einen betroffenenorientierten Umgang mit solchen Fällen. Hier zwei kurze Definitionen dieser Konzepte:

Definitionsmacht

Definitionsmacht beschreibt das Recht der betroffenen Personen, zu definieren, was sexualisierte Gewalt ist. Es geht um die Fokussierung auf das subjektive Erleben. Betroffene sollen nicht unter Druck geraten, sich rechtfertigen zu müssen.
Definitionsmacht bedeutet das Recht auf Selbstbestimmung. Jede Person setzt ihre eigenen Grenzen, diese sind daher individuell. Sexualisierte Gewalt wird aufgrund persönlicher Geschichte und aktueller Lebenssituation unterschiedlich erlebt und wirkt sich auf jede betroffene Person unterschiedlich aus. Aufgrund dieser individuell unterschiedlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen von Gewalt können nur die Betroffenen selbst definieren, wann sexualisierte Gewalt beginnt, wann Grenzen überschritten wurden und was als sexualisierte Gewalt wahrgenommen wird.

Parteilichkeit

Parteilichkeit ist eine innere und aktiv nach außen gerichtete Haltung – in erster Linie im Hinblick auf die Unterstützung von Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Sie bedeutet, dass eine gemeldete Grenzverletzung nicht hinterfragt, sondern respektiert und als solche anerkannt wird. Parteilichkeit verlangt nicht nur Reflexion darüber, warum keine "skeptischen" Fragen gestellt werden sollten, sondern bedeutet auch eine klare innere Haltung und damit ein bewusstes Vorgehen. Es geht darum, sich auf die Seite der betroffenen Personen zu stellen. Parteilichkeit ermöglicht Definitionsmacht.
Gemeinsam bilden diese beiden Konzepte die Grundlage unseres Umgangs mit Vorfällen sexualisierter Gewalt! Wir stellen uns auf die Seite der Betroffenen und hinterfragen ihre subjektiven Erfahrungen oder persönlichen Grenzen nicht.

Verhalten beim Radio

Für das Publikum:

Als Teil des Publikums von transition radio bist auch du mitverantwortlich, einen möglichst sicheren Raum mitzugestalten. Lies unser Konzept, verhalte dich entsprechend und geh respektvoll mit Menschen und der Infrastruktur um.
Hier ein paar allgemeine Regeln, die allen helfen, sich wohlzufühlen:

· Behalte dein Shirt an! Wir bitten cis Männer, ihre Shirts anzubehalten, da oberkörperfreies Auftreten ein Ausdruck männlichen Privilegs ist und für Menschen verletzend sein kann, die dies nicht tun können, ohne Diskriminierung und/oder Belästigung zu riskieren.

· Halte den Raum sauber und respektiere unsere Infrastruktur. Hinterlasse den Container und sein Umfeld so, wie du ihn selbst vorfinden möchtest. Rauchen ist im Container verboten.

· Respektiere die Künstler*innen und ihre Arbeit, indem du nicht störst oder unterbrichst. Track-IDs kannst du nach dem Set erfragen.

· Kenne deine Grenzen. Achte darauf, dass du dich jederzeit in einem Zustand befindest, der es dir erlaubt, die Grenzen anderer zu respektieren.

Wenn du eine Verletzung unseres Awareness-Konzepts oder deiner eigenen Grenzen erfährst, ermutigen wir dich, dich an unser Team zu wenden. Dies kann über verschiedene Wege geschehen: Sprich mit dem*der Host des Tages oder fülle unser Awareness-Formular auf der Website aus. Das Formular wird von den für Awareness zuständigen Personen gelesen und in der Gruppe besprochen. Sollte eine betroffene Person Teil der Gruppe sein, wird das selbstverständlich berücksichtigt und die Situation entsprechend anders gehandhabt. Du kannst das Formular auch anonym ausfüllen.

Für Künstler*innen:

Als Künstler*in trägst du Mitverantwortung dafür, transition radio so sicher wie möglich zu gestalten! Du hast als Person des öffentlichen Interesses, die unsere und andere Plattformen nutzt, eine besondere Verantwortung. Wir ermutigen dich, dich aktiv mit Awareness auseinanderzusetzen.

Hier einige Regeln für deinen Auftritt bei uns:

· Derdie Host kümmert sich um den Wechsel – nicht du! Derdie Host kommt auf dich zu und erklärt dir vor deinem Set unsere Booth. Lass dendie vorherigen Künstlerin das Set beenden und warte, bis derdie Host dir das Signal gibt, die Booth zu betreten.

· Respektiere die Set-Zeiten. Manchmal kommt es zu Verzögerungen im Tagesplan. Das ist kein Problem – du bekommst deine vereinbarte Set-Zeit, auch wenn du später anfängst. Kläre mit dem*der Host ab, wie lange du spielen kannst. Spiele nicht länger als vereinbart.

· Behalte dein Shirt an! Wir bitten cis Männer, ihre Shirts anzubehalten, da oberkörperfreies Auftreten ein Ausdruck männlichen Privilegs ist und für Menschen verletzend sein kann, die dies nicht tun können, ohne Diskriminierung und/oder Belästigung zu riskieren.

· Sei dir bewusst, was und warum du beim Radio spielst. Wenn deine Inhalte potenziell verletzend oder triggernd sein könnten, überlege dir gut, ob du sie spielen willst. Wenn ja, überlege dir das Publikum mit einem Trigger-Warning zu informieren und/oder gib Kontext.

· Halte den Raum sauber und respektiere unser Equipment. Hinterlasse die Booth so, wie du sie selbst vorfinden möchtest. Rauchen ist im Container verboten.

· Wenn du nicht gefilmt und/oder fotografiert werden möchtest, können wir die Kamera abdecken oder drehen und Stories/Posts ohne dich erstellen. Normalerweise fragt dich der*die Host danach – falls nicht, sag es einfach selbst an, das ist völlig in Ordnung.

Wenn du eine Verletzung unseres Awareness-Konzepts oder deiner eigenen Grenzen erfährst, ermutigen wir dich, dich an unser Team zu wenden. Dies kann über verschiedene Wege geschehen: Sprich mit dem*der Host des Tages oder fülle unser Awareness-Formular auf der Website aus. Das Formular wird von den für Awareness zuständigen Personen gelesen und in der Gruppe besprochen. Sollte eine betroffene Person Teil der Gruppe sein, wird das selbstverständlich berücksichtigt und die Situation entsprechend anders gehandhabt. Du kannst das Formular auch anonym ausfüllen.

Für Hosts:

Als Host bist du verantwortlich dafür, unser Awareness-Konzept umzusetzen. Gleichzeitig musst du dich selbst daran halten und entsprechend handeln. Wenn etwas passiert, trägst du die Mitverantwortung, dich darum zu kümmern. Weiter unten findest du einen Handlungsplan. Du bist nicht allein – Situationen können überfordernd sein oder dich triggern. Bitte hol dir Unterstützung von den Menschen um dich herum oder kontaktiere die später im Konzept genannten Awareness-Verantwortlichen.

Hier einige Grundregeln für deine Präsenz im Container und den Umgang mit Künstler*innen und Publikum:

· Geschlecht ist nicht am Aussehen erkennbar. Jede Person definiert ihr Geschlecht und ihre Pronomen selbst. Stelle dich – wenn du dich damit wohlfühlst – mit deinen Pronomen vor. Das ermutigt dein Gegenüber, es ebenfalls zu tun. Wenn du dir unsicher bist, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Viele Menschen haben ihre Pronomen in ihrer Instagram-Bio, dort nachzusehen ist ein sicherer Weg. Manchmal ist es auch in Ordnung, direkt zu fragen, aber manche könnten das als unangenehm empfinden – also handle sensibel. In Sprachen wie Deutsch oder Englisch lässt sich oft auch geschlechtsneutral sprechen – das hilft, binäre Denkmuster aufzubrechen.

· Stelle den Künstler*innen unser Awareness-Konzept vor.

· Achte auf dein Umfeld und sei beim Wechsel zwischen zwei Slots präsent. Es gibt keinen Grund zur Eile – lass dendie Künstlerin das Set beenden und lade erst danach die nächste Person in die Booth ein. Achte darauf, dass Sets pünktlich enden. Wenn es zu Verzögerungen kommt, kann das Set später enden, aber nicht die vereinbarte Spielzeit überschreiten. Informiere auch die nächsten Künstler*innen darüber.

· Frag nach, ob derdie Künstlerin mit Publikum im Container einverstanden ist. Wenn nicht, sorge dafür, dass ausser dir und der Künstler*in niemand im Container ist.

· Frag nach, ob gefilmt und fotografiert werden darf. Wenn nicht, kannst du die Kamera abdecken oder drehen und keine Posts mit der Person erstellen.

· Kenne deine Grenzen. Achte darauf, dass du dich in einem Zustand befindest, in dem du gut hosten und unser Konzept umsetzen kannst.

Wenn du eine Verletzung unseres Awareness-Konzepts oder deiner eigenen Grenzen erfährst, ermutigen wir dich, dich an unser Team zu wenden. Dies kann über verschiedene Wege geschehen: Sprich direkt mit den Awareness-Zuständigen oder fülle unser Awareness-Formular auf der Website aus. Das Formular wird von den für Awareness zuständigen Personen gelesen und in der Gruppe besprochen. Sollte eine betroffene Person Teil der Gruppe sein, wird das selbstverständlich berücksichtigt und die Situation entsprechend anders gehandhabt. Du kannst das Formular auch anonym ausfüllen.

Handlungsabläufe

Jede Meldung und jeder Vorfall wird an das Awareness-Team weitergegeben, das aus zwei Mitgliedern des Radios besteht. Keine Entscheidung wird allein getroffen. Bei Bedarf/Wunsch wird ein Gespräch zwischen dem Awareness-Team und der betroffenen Person angeboten. Je nach Fall wird dieser entweder im Gesamtkollektiv oder nur innerhalb des Awareness-Teams besprochen. Sofern nicht anders gewünscht, wird jeder Vorfall intern dokumentiert. Wir handeln stets nach den Prinzipien der Parteilichkeit und Definitionsmacht. Wenn nötig oder gewünscht, ziehen wir externe Stellen wie mille-sept-sans (milleseptsans.ch) hinzu.

Awareness-Team

Romaine Wuilleret (she/they)
+41 79 843 09 12

Tobias Lanz (he/him)
+41 77 472 91 24

Ausserdem

Dieses Awareness-Konzept ist weder final noch perfekt – und das wird es auch nie sein. Wenn du Feedback, Kritik oder Vorschläge hast, lass es uns bitte wissen! Du kannst dich jederzeit über unser Awareness-Formular an uns wenden.

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